Geschichte
Das Kunstfenster ist aus Lichtenrade schon gar nicht mehr wegzudenken und schreibt auch schon ein wenig Geschichte. Ursprünglich wurde das Kunstfenster 2002 in Lichtenrade und Tempelhof von der Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße und dem Bezirksamt Tempelhof organisiert. Begonnen hatte die Aktion mit 24 Künstlern. Der Urgedanke des Kunstfensters ist in erster Linie Herrn Wilfried Postier (ehem. Leiter des Heimatmuseums Tempelhof/Mariendorf) zu verdanken, der sich sehr für die Geschichte des Bezirks interessierte und nach Möglichkeiten suchte, die Bewohner kulturell miteinander zu vernetzen. Die ersten Kunstfenster fanden somit nicht nur am Tempelhofer Damm, sondern auch in vielen Geschäften der Lichtenrader Bahnhofstraße statt.
Als Herr Postier 2009 verstarb, nahm erst einmal die AG Bahnhofstraße alleine die Regie in die Hand. Gemeinsam mit dem stellvertretenden Bürgermeister Dieter Hapel wurde am 15.8.2010 das 8. Lichtenrader Kunstfenster mit einer Vernissage in der Berliner Volksbank eröffnet. Dieter Hapel: „Kunst braucht Publikum! Dies bietet das Lichtenrader Kunstfenster! Das Publikum hat mit Leichtigkeit, zum Beispiel beim Einkaufen und Spazierengehen, Zugang zur Kunst!“ Er kündigte für den Monat Oktober 2010 zudem das Tempelhofer Kunstfenster an: „Das ist keine Konkurrenzveranstaltung, sondern eine Ergänzung!“ so Dieter Hapel. Doch leider litt diese Ausstellung entlang des verkehrsreichen Tempelhofer Damms unter dem Straßenlärm und der Weitläufigkeit der teilnehmenden Geschäfte. Hinzu kam, dass es den Geschäftsleuten für die Fortsetzung des Events in Tempelhof und auch in Lichtenrade an der notwendigen Motivation und Zeit mangelte. Somit fiel das Kunstfenster 2011 in einen siebenjährigen Dornröschenschlaf, bis es 2016 wieder „wach geküsst“ wurde. Ein engagiertes Team aus Veranstaltern, Geschäftsleuten und Künstlern ließ das Event zu neuem Leben erblühen. Während 2016 und 2017 noch eine finanzielle und werbetechnische Unterstützung vom Aktiven Zentrum Lichtenrade/Bahnhofstraße dem Event wieder auf die Beine half, organisierten nun im dritten Durchlauf Künstler und Geschäftsleute autonom.
Das 11. Lichtenrader Kunstfenster wurde nun ehrenamtlich von einem 8-köpfigen Team, bestehend aus drei Geschäftsleuten und fünf Künstlern organisiert. Unabhängigkeit war deren Ziel. So versprachen sie sich mehr persönliche Nähe zu den nun mehr 50 ausstellenden Künstlern und mehr Flexibilität in den Vorbereitungen. Doch leider blieb es bei dieser Unabhängigkeit nicht aus, dass auch Gelder für die Werbung, die Plakate und für die Vernissage benötigt wurden. Daher gab es erstmals eine Teilnahmegebühr pro Künstler. Das 12. Lichtenrader Kunstfenster im Jahre 2019 bot eine zusätzliche Verlockung. Es wurde erstmals ein Wettbewerb ausgerufen, an dem alle ausstellenden Künstler teilnehmen konnten. Zu dem Begriff „Aufreihung“ fertigen über 30 Künstler ein aktuelles Werk. Den drei beliebtesten Künstlern wurden Publikumspreise vergeben.
Die Pandemie sorgte dafür, dass nach 2020 die Aktivitäten brach lagen. 2023 kehrte das Lichtenrader Kunstfenster zurück. Das Organisationsteam schrumpfte auf vier Personen – drei Künstler und eine Geschäftsinhaberin. Der Ausstellungstermin wurde vom Herbst in das Frühjahr verlegt. Ein weiterer Wechsel wurde Ende 2025 vollzogen: Das Lichtenrader Kunstfenster benannte sich um in „Kunstfenster Lichtenrade“ und begab sich mit seiner neuen Homepage unter die Fittiche des Unternehmernetzwerks Lichtenrade.
Text: Sylvia Zeeck und Horst Zeitler
